Kostüm-Sew-Along, Teil 2

So, nun aber schnell. Leider war ich vergangenen Sonntag nicht online, und so konnte ich den vorgeschriebenen Post zwar veröffentlichen, aber nicht verlinken - das hole ich heute (26.09.2013) nach. Ich bin also noch mit dabei ;-)

Heute gehts beim Kostüm-Sew-Along, kurz KSA genannt, weiter. Ich hatte mich hier ja schon für den Hosenanzug aus der August-Burda entschieden.

Die Jacke war schnell zugeschnitten, und auch die Futterteile - hach, das Futter....! Ein Traum. Hier machen sich die 10 Euro pro Meter doch wirklich bezahlt. Ich glaube, künftig bin ich nicht mehr so kniepig, wenn es um den Preis für das Futter geht. Es macht doch wirklich etwas aus - und es spart Nerven.

So, also ich hatte alles zugeschnitten und ging frohen Mutes an das Zusammennähen. War auch kein Problem - bis diese dämlichen Wiener Nähte kamen. Ich hatte echt meine liebe Müh und Not, den Stoff unter Kontrolle zu bringen - weiß der Geier, warum. Aber Stecknadeln und ich, wir sind Freunde. Richtig gute Freunde!



Das Einsetzen der Ärmel hat mich auch recht lange aufgehalten. Zuerst habe ich gereiht, wie es in der Anleitung auch erklärt wurde. Aber kaum waren die Reihfäden auch nur ein bisschen angezogen, war das Armloch viel zu groß für den Ärmel. Also Reihfäden wieder raus, und der Ärmel flutschte fast von alleine ins Armloch. Aber er saß nicht, war verdreht, schlug Falten und zog das hintere Jackenteil kurz unterhalb der Schulternaht nach unten. Ich drehte und stecke und schob, was das Zeug hielt, aber es half nichts. Ich legte die Jacke bei Seite und schlief eine Nacht drüber. Doch nochmal reihen? Vielleicht muss ich das Armloch kleiner schneiden? Vielleicht habe ich unterschiedliche Größen kopiert? Am nächsten Tag habe ich den Ärmel nochmal komplett rausgenommen, und da habe ich meinen Fehler dann gesehen: Die Wiener Nähte, die ich mit einem "ach, das geht schon so" abgetan habe, gehen nicht so! Ich hatte im unteren Bereich der Armkugel gar keine gerade Linie, und so verzog sich der ganze Ärmel. Notgedrungen habe ich die Nähte nochmal aufgetrennt, gesteckt, gesteckt, gesteckt und neu genäht. Auf den Millimeter genau. Danach war der Ärmel Geschichte.

Die Futterjacke war auch relativ schnell genäht und genau da stehe ich jetzt:





Das Futter ist an den vorderen Kanten nur gesteckt, es ist noch nichts zusammengenäht und mit dem Bügeleisen muss ich auch nochmal dran. Die Jacke sitzt sehr gut, aber für die weiteren Schritte fehlt mir jetzt die Zeit. Ich schreibe das hier nämlich gerade am Dienstag Abend, sechs Stunden vor Abfahrt in den Urlaub. Hoffentlich gibt es in unserem einsamen Bergdörfchen Internet, sonst kann ich hier gar nicht sehen, was die anderen Damen heute alles präsentieren!

MeMadeMittwoch am 11.09.2013

Ich finde hier gerade kein Anfang. Bei diesem Datum geht mir immer so viel auf einmal durch den Kopf.

Ich sehe mich mit offenem Mund auf den Fernseher in unserem kleinen Baubüro starren - sehe, wie Flugzeuge in Hochhäuser fliegen.

Ich höre meinen Opa voller Wut und lautstark auf die Amis schimpfen (ich habe seine Worte damals nicht verstanden - inzwischen schon, und er hatte sowas von Recht!).

Ich weiß noch, wie mich das Gefühl von Hysterie erfasst, als ich sehe, wie die Menschen aus den Fenstern springen.

So, und jetzt höre ich mal auf, alle meine Sätze mit "Ich" zu beginnen. In der Schule hat man uns beigebracht, dass das nicht gerade die feine, englische Art ist. Womit ich endlich bei meinem heutigen MMM-Beitrag wäre.

Heute trage ich Rock Nr. 107 aus der sehr englisch angehauchten Burda 8/2009.

(Falls sich jemand fragt, ob ich auch etwas andere nähe, außer Burda: Nein. Bis jetzt noch nicht. Die Burda und ich, wir haben uns im Laufe der Zeit recht gut angefreundet.)

Lange, lange habe ich mit dem Rock geliebäugelt, und irgendwann (im letzten Jahr) ist mir dann dieser Stoff in die Hände gefallen. Ich habe den Rock genäht, war aber mit dem Trageergebnis nicht zufrieden. Die Länge - so knapp unterhalb vom Knie - hat mir überhaupt nicht gefallen. Und den Gürtel noch enger schnallen, damit der Rock nicht so weit nach unten rutscht, wollte ich nicht. Inzwischen gefällt es mir so ganz gut.

Mit dem obigen Bild habe ich etwas rumspielen, weil der Rock eh eine recht undefinierbare Farbe hat. Irgendwas grünliches, würde ich sagen. Sieht aber auch manchmal bräunlich aus, je nach Lichteinfall.
Auf jeden Fall very britisch. Wie das Wetter heute.

Ob heute irgendwer einen selbstnähten Regenmantel trägt?

Guckt nach - hier, beim MeMadeMittwoch.

Kostüm-Sew-Along

Der letzte Sew-Along hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich mich riesig gefreut habe, bei einem weiteren teilnehmen zu können.

Bei diesem Sew-Along geht es um das gemeinsame Schneidern eines Jacketts mit Rock, Hose oder Kleid.

Geplant ist dieser Hosenanzug aus der Burda 8/2013:

 Quelle: Burdastyle

Der ist mir sofort ins Auge gefallen und kommt hierfür wie gerufen. Zuerst wollte ich ihn auch in rot nähen, und am liebsten auch mit dem O-Stoff (Whipcord), aber beides ist nicht möglich.

A) Es war kein schönes Rot bei meinem Stoffdealer zu finden, was die drei Grundkriterien "schön-gutanfassend-bezahlbar" erfüllt hat. Preislich achte ich nach wie vor darauf, dass ich den Ball recht flach halte. Das Risiko, dass ich mich vernähe, verschneide oder sonstwas das Projekt zum Scheitern bringt, ist mir immer noch zu groß.

B) Whipcord ist nicht so einfach aufzutreiben. Gibt man Whipcord als Suchbegriff bei Stoffläden ein, bekommt man entweder kein Ergebnis, oder aber es wird Feincord angeboten, was allerdings mit Whipcord nichts zu tun hat. Hier ein Auszug aus dem Stilmagazin: "Whipcord ist ein Schurwollgewebe in Diagonalbindung, dessen Rippen aufgrund der Garnbeschaffenheit und Webdichte charakteristischer hervortreten als etwa bei Cavalry Twill, aber dezenter wirken als bei Baumwollkord. Gute Whipcords bestehen in der Kette aus Kamm- und im Schuss aus Streichgarn. Dadurch ergibt sich ein angenehm körniger Griff und eine erstaunliche Belastbarkeit. Die meist durch unterschiedlich gefärbte Garne zusätzlich betonte Melange macht diesen Stoff zudem äußert kombinierbar."

Auch in der Zeitschrift ist ein Vermerk bzgl. des Stoffes:

(Interessant finde ich, dass Alfatex, wo man Stoffe für die Burda-Modelle kaufen kann, für diesen Anzug als Ersatzstoff Feincord anbietet!?)

Nachdem nun der rote Whipcord flachfällt, wird es dieser Köperstoff (braun, mit dunkelbraun-goldig-glänzendem Futter):


Ich habe noch nie einen Blazer genäht, und ein bißchen Respekt davor habe ich schon, aber - wie es der Zufall will - gibt es genau von dieser Jacke, die auch ohne schwierigen Kragen daherkommt, eine bebilderte Anleitung in der Zeitung sowie noch mehr Hilfestellung in Form von Fotos fürs richtige Zusammennähen bei Burda-Online. Es sollte also machbar sein, die Jacke hinzubekommen.

Umso mehr Gedanken mache ich mir bei der Hose. Hier werde ich mir auf alle Fälle erstmal eine Probe nähen. Was bringt mir der gelungene Blazer, wenn die Hose nicht passt, einen Katzenbart aufweist, ich mich damit nicht setzen kann oder einfach nur scheußlich aussieht? Außerdem bin ich ja der weltgrößte Schnittanpasser (HA-HA!!), und somit sehe dem Projekt Kostüm-Sew-Along, was bei mir strenggenommen ein Hosenanzug-Sew-Along und künftig hier unter der Abkürzung KSA geführt wird, sehr positiv entgegen.
So, und jetzt ran an den Speck!

Alle anderen Teilnehmerinnen findet Ihr hier - auf dem MMM-Blog, angeführt von der KSA-Schirmherrin Catherine.

Vielen Dank fürs Organisieren!

MMM am 04.09.2013

Kaum zu glauben, aber heute sollen es hier im Pott 28 Grad werden. Das bedeutet: Ich kann mein gelbes Kleid anziehen! Hier und hier habe ich es schonmal gezeigt und von unseren Problemzonen berichtet. Inzwischen kommen wir beide ganz gut zurecht.

Weil es für mich Frostbeule morgens noch ein wenig zu frisch ist, habe ich unter dem Kleid noch meine Leggings druntergezogen, weil es im Büro wohl doch etwas frischer sein wird.



So, aber jetzt schnell die Fotos hochladen......


... und dann ab damit zum MeMadeMittwoch, wo es wahrscheinlich heute vor Sommerkleider nur so wimmeln wird.

Schnitt: Nr 124 aus Burda 5/2013

Stoff: Pikee. War zwar recht angenehm, den Stoff zu verarbeiten, aber der richtige Stoff für diesen Schnitt ist es nicht.

Nähe ich es nochmal? Ja! Nächstes Jahr, aber dann mit etwas dünnerem Stoff.

Uff!

Das war ein anstrengendes, aber total interessantes und aufregendes Wochenende.
Wir sind der Einladung zweier ganz lieben Bekannten gefolgt, und haben ein Wochenende in der Eifel verbracht. Rund um den Nürburgring ist es zwar wunderschön, aber ich möchte da nicht tot überm Zaun hängen, denn es ist mir zu laut und zu verkehrslastig. Ein getuntes Auto reiht sich hinter das andere, dazwischen die Motorräder.... die A40 ist nichts dagegen. Aber wir waren ja nicht wegen des Ringes dort. Wir haben wieder viel über die Jagd erfahren - wieso, warum, weshalb - waren mit auf der Pirsch und unser Hund hat zum ersten Mal ein Kaninchen apportiert. Glücklich und zufrieden, aber totmüde, sind wir gestern abend wieder zu Hause angekommen.
Jetzt wird es aber Zeit, sich wieder dem Nähen zuzuwenden. Schließlich habe ich viel vor.
Ich möchte am Kostüm-Sew-Along teilnehmen, wälze seit Tagen Schnittmuster für eine Jacke und irgendwo ist ja auch immer noch der Wunsch nach einer Bluse. Jetzt lese ich, dass es wieder einen SWAP gibt, der von Rong, Immi und Mema veranstaltet wird. Das ist eine super Sache - letztes Jahr hing ich schon vorm PC und habe bestaunt, was sich die drei alles genäht haben. Auch diesen SWAP werde ich wieder verfolgen, aber zum Mitmachen fühle ich mich noch nicht in der Lage.
Die Kleidungsstücke, die genäht werden, sollten mit bereits selbstgenähten Teilen, oder aber auch mit Kaufkleidung kombinierbar sein. Das dürfte bei mir nicht so das Problem werden, aber der besondere Reiz am ersten SWAP war für mich das Zusammenstellen der Farben. Ich habe für mich immer noch nicht rausgefunden, was ich gut tragen kann und was nicht. Ich habe getragen, was mir gefällt. Und ich nähe auch einfach das, was mir gefällt. Wenn es dann im Schrank hängen bleibt, hat das meist viele Faktoren, aber manchmal auch der, dass es einfach nicht so geworden ist, wie ich es mir vorgestellt habe. Und das liegt dann eben daran, dass ich den falschen Schnitt trage. Und die falsche Farbe dazu.
Ich bin Sommertyp, und meine Farben sind demnach:
Wollweiß, Graubeige, Taupe, Grau, Schilfgrün, Mint, Hellblau, Taubenblau, Flieder, Gedämpftes Rosa, Himbeere, Bordeaux, Aubergine
Künftig will ich darauf ein bißchen mehr achten. Mach einfach Sinn, oder? Die Schößchenbluse ist zwar toll geworden (vielen Dank für Eure lieben Kommentare dazu), aber so richtig stehen tut sie mir nicht.
Möglich, dass ich für meinen Hosenanzug, den ich beim Kostüm-Sew-Along nähen werde, eine Farbe gewählt habe, die zu mir passt - aber dazu demnächst mehr. Heute steht Prämieren-Kino auf dem Programm, aber ab morgen bin ich im Nähzimmer zu finden.
  • Wollweiß
  • Graubeige, Taupe, Grau
  • Schilfgrün, Mint
  • Hellblau, Taubenblau
  • Flieder
  • Gedämpftes Rosa, Himbeere
  • Bordeaux, Aubergine
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