Theorie und Praxis

Da wollte ich für Euch die Entstehung meines Trench dokumentieren, beschreiben und alles genau festhalten - aber während ich fotografiert habe, formte sich schon die passende Geschichte in meinem Kopf, und ich produzierte einen Fehler nach dem anderen.
 

Vor lauter Knipsen habe ich mich nicht mehr auf´s Nähen konzentriert, und so lief einiges nicht mehr wie es sollte. So was kann ich wohl nur, wenn ich direkt niederschreibe, was mir durch den Kopf geht.

Deswegen kann ich Euch jetzt nur den aktuellen Zwischenstand zeigen.

























Die Ärmel sind eingesetzt - was mich ziemlich genervt hat. Nicht das Einpassen, sondern das Nähen. Der Trench hat Ausmaße, die ich bis jetzt nicht gewohnt bin; der Stoffberg neben der Nähmaschine ist unhandlich bei solchen Arbeiten. Aber jetzt bin ich mit dem Außenmantel so gut wie fertig. Die Gürtelschlaufen müssen noch genäht werden und dann müssen die Knöpfe noch dran.
Ich habe lange überlegt, welche Knöpfe ich nehme. Letztendlich habe ich mich dann dafür entschieden:

Die Knöpfe muss ich mit der Hand annähen - eine Arbeit, die mir ja nicht so liegt. Aber auch das wurde im Laufe der Zeit schon besser, und ich nähe mich nicht mehr selbst mit fest ;-)

Für den heutigen Sonntag habe ich eigentlich geplant, am Trench weiterzuarbeiten, aber nach der kurzen Nacht ist dieses Vorhaben gefährdet. Wir haben nämlich mit unserem Hund dem Nottierarzt einen Besuch abgestattet.

Es ist nicht so schlimm, wie es aussieht - er leidet gerne. Unter dem roten Verband verbirgt sich eine Braunüle, aber die kann ich ihm wohl heute Nachmittag ziehen, weil die befürchtete Magendrehung zum Glück ausblieb.
Irgend etwas ist ihm nicht bekommen; er wanderte den ganzen Abend unruhig umher, hatte einen harten Bauch und es war ihm sichtlich schlecht. Um halb eins hatte er dann in meinem Nähzimmer sein Abendessen ausgespuckt, aber danach ging es ihm nicht besser. Er war immer noch sehr angespannt, und als er dann drängelte und in den Garten wollte, rief ich beim Notdienst an.
Die Ärztin war sehr nett, und weil eine Magendrehung ziemlich schnell kommen kann, und dann wirklich Eile geboten ist, hat sie ihm gleich eine Braunüle gelegt. Sie musste sowieso zwei Mittelchen spritzen. Noch in der Praxis hat sich sein Zustand verbessert, aber die Nacht war trotzdem für mich gelaufen. Während sich Benson zu Hause sofort ins Körbchen verkrümelt und mein Liebster nach einmal Rumdrehen tief und fest geschlafen hat, lag ich noch lange wach. So wird das heute Nachmittag bestimmt nix mit konzentriertem Nähen.....

Funktions-Trench?

Heute ist bei Frau Burow wieder das allmonatliche Inspirations-Treffen. Meine August-Inspiration hat es sich im Mülleimer bequem gemacht. Es sollte dieses Röckchen aus der MyImage werden:


Ich hatte sogar den passenden Karo-Stoff, aber leider ging das Ding komplett in die Buxe. Die Passenteile passten hinten und vorne nicht zusammen - vom Karomuster mal ganz zu schweigen - und der Bund war die absolute Katastrophe. Verzogen, krumm, schief - ich habe nicht lange überlegt und mich von dem Teil verabschiedet. Vielleicht habe ich nächsten Monat mehr Erfolg.

Der Rock sollte eigentlich auch ein bisschen dazu dienen, mir den Kopf freizublasen. Ich fummelte lange am Kragen vom Trench herum, und ich war fest der Meinung, dass da irgend etwas falsch ist. So richtig passen wollte das Ding nämlich nicht. Dabei bin ich doch so versiert im Kragen einnähen. Menno!

Obwohl der Rock nicht geklappt hat, ging ich danach wieder frohen Mutes an den Kragen und siehe da: Er war gar nicht verkehrt eingenäht. Er ist nur anders als die bisherigen Kragen.



Auf die Haken und Ösen, die an den Steg genäht werden, habe ich verzichtet. Erstens mal hört sich das nach verdammt viel Gefuckel an und zweitens kann ich so was am Hals nicht ertragen. Lieber binde ich mir einen Schal um, dann ist am Hals auch warm. 

Apropos warm: Ich bin mir nicht sicher, ob es klug war, ein normales Futter für den Trench zu wählen. Da ich ziemlich verfroren bin, und ich den Trench auch dann anziehen will, wenn keine Sonne scheint, macht es vielleicht Sinn, ein etwas dickeres Futter einzunähen. Ich hab´s halt gerne kuschelig. Am liebsten - am allerliebsten - würde ich ein Futter einnähen wollen, welches ich tauschen kann. Das müsste sich doch mit einem Endlos-RV realisieren lassen, oder? Dann könnte ich je nach Wetterlage zwischen einem normalen (dünnen) oder einem Steppfutter wählen, und ich hätte einen super Funktions-Trench. Mal überlegen, ob ich das mache. Ein bisschen Zeit, bis das Futter eingenäht wird, ist ja noch.

HosenHerbst #1

Ker, wat freu ich mich. Echt jetzt. Frau Crafteln hatte einen super Riecher und ruft den HosenHerbst ins Leben. Kein Sew-Along im klassischen Sinne, sondern eher ein Interessenaustausch und Sammeln von Erkenntnissen. Eine Marktlücke in der deutschen Blogger-Szene, wie ich finde. Endlich wird sie geschlossen.

Los geht es damit:

Hosenformen, Hosenmoden, Hosenschnitte 
Was für eine Hose möchte ich nähen? Welche Hosen habe ich bisher gerne oder ungerne getragen? Was sind meine Ansprüche an eine Hose? Welcher Hosentyp passt zu meinem Körper und zu meinem Leben? Aus welchem Material möchte ich meine Hose nähen? Welche Materialien eigenen sich für welchen Hosenschnitt? Welche Schnittmuster habe ich bereits ausgesucht? Was für ein Schnittmuster suche ich noch?
 
Was für eine Hose ich nähen möchte, ist klar: Eine passende. 
Alles andere ist für mich erstmal zweitrangig.
 
Bisher - das heißt für mich, bevor ich anfing mit bloggen - habe ich ausschließlich Jeans getragen. Kein Rock, kein Kleid, keine Bundfaltenhosen - nur Jeans. Das waren (und sind) für mich die unkompliziertesten Hosen. Die können einiges wegstecken, und das müssen Hosen bei mir auch.
Als ich mit dem Nähen anfing, habe ich mich in meinem jugendlichen Leichtsinn natürlich auch sofort an eine Hose gewagt. 
 

Ich fand den Schnitt super, die Knopfleiste an den Beinen hat es mir sofort angetan. Blöd nur, dass ich vom Nähen noch so gut wie keine Ahnung hatte. Deswegen endete diese Hose auch in einem Fiasko. Mindestens drei Nummern zu groß, Reißverschluss und Bund eine einzige Katastrophe - das Ding landete im Müllsack. Aber die Knöpfe habe ich gerettet ;-)

Danach habe ich mir noch zwei Hosen genäht, die nicht vernünftig passen und deswegen im Schrank liegen. Inzwischen sollte ich auch diesen Hosen entwachsen sein, was fürs endgültige Entsorgen spricht.

So ließ ich das mit den Hosen sein. Es war mir einfach ein Rätsel, ein Buch mit sieben Siegel, warum diese Dinger nicht sitzen. Nicht ansatzweise. Deswegen fing ich mit Röcken und Kleider an. Kurz danach auch mit dem Bloggen.

Für den FKSA habe ich mir dann mal wieder eine Hose genäht. Sie ist verdammt eng. Und der Bund steht im Kreuz ab. Aber ich mag sie und trage sie auch relativ oft. Mit langem T-Shirt drüber.

Die Hose ist aus Stretch, und davon gehe ich auch nicht mehr weg. Ich mag nämlich Hosen, die relativ eng sitzen. Ich finde, die sind ziemlich kombinationsfreudig. Nicht nur oberteil- sondern auch schuhmäßig.

Die Hose, die ich mir für den SWAP mühevoll erarbeitet habe, sitzt auch ziemlich eng, und es ist kein Stretchstoff. Das heißt, ich mache Gymnastikübungen, um den Reißverschluss zuzukriegen. Und ich hoffe, dass mir keiner einen Sitzplatz anbietet, lieber würde ich dann liegen. Oder halt stehen bleiben.

Was ich auch mag, sind Hosen mit leicht ausgestelltem Bein. Keine Schlaghosen!


Hosen, die unten eng sind, kämen für mich nur in Frage, wenn ich sie in Stiefel stecken kann. Ansonsten finde ich, dass meine Füße so riesig aussehen, wenn ich von oben runter gucke.


Aber das schwierigste an der Hose ist einfach die Passform. Eine Hose, die Falten wirft, im Bund absteht oder an empfindlichen Stellen kneift, ist nicht so der Brüller. Also breche ich mir beim Nähen fast einen ab, kann nur ganz schwer in 3D denken und muss höllisch aufpassen, dass mir der Geduldsfaden nicht reißt.

Hosen sind machbar, aber es ist mühsig. Packen wir es an!
Ein großes Dankeschön an Frau Crafteln, die alles organisiert und hier zum ersten Treffen aufruft.
Ich bin gespannt, wie sich das alles so entwickelt.

Pflicht und Kür

Nähen hat eine beruhigende Wirkung auf mich. Lange Strecken lasse ich wie in Trance unter dem Füßchen der Nähmaschine herlaufen.


Bei meinem nicht fertig gestellten Sommerkleid fand ich es total entspannend, die Nahzugaben mit Zick-Zack-Stich zu versäubern, obwohl ich eine Ovi habe und damit auch viel mache.
Inzwischen macht es mir auch Spaß, Ärmel einzusetzen, einen Bund anzunähen, oder Prinzessnähte zu stecken - im Laufe der Zeit habe ich ein Gefühl dafür entwickelt, was mir anfangs total fehlte, und mich manchmal zum unglücklichsten Menschen vor einer Nähmaschine machte.



Was allerdings nach wie vor lästig ist, ist das Schnitt abnehmen und Zuschneiden. Meine Herren. Und gerade mein geplanter Trench hat schon ganz schön viel an Zeit verschlungen, obwohl ich noch nichts genäht habe.
Es gibt 11 Schnittteile, einige davon auch aus Futterstoff...


... und - was mich immer am meisten nervt - 5 Kleinteile. Stoffstreifen und Rechtecke, aus denen dann Riegeln und Schlaufen und Gürtel werden.


Und dann dieses Verstärken.....  Puuuh, echt nervig. Aber auch da habe ich die Erfahrung gemacht, dass es sinnvoll ist. Früher hatte ich nie Einlage verwendet. Für was auch? Was soll ich mich abrackern, das Zeugs da zuschneiden und aufbügeln, und am Ende komme ich gar nicht dazu, Bund oder Kragen zu nähen, weil ich vorher schon gescheitert bin?!
Inzwischen habe ich genug Näherfahrung, und ich verstärke auch wirklich alle Teile, weil es tatsächlich Sinn macht.

So, das ist beim Nähen für mich die Pflicht. Nervig, aber erforderlich. Und wenn ich das habe, dann geht es an die Kür. Und diesmal habe ich mir wirklich, wirklich ganz fest vorgenommen, sorgfältig und langsam zu nähen. Gerade bei den ganzen Kleinteilen. Obwohl ich mir Mühe gebe, kriege ich es nie ganz gerade und seitengleich hin - irgendwann kommt der Punkt, an dem ich schlafe und nicht mehr exakt arbeite.


Damit es mir nicht so langweilig mit dem Trench wird bzw. ich ein Ausweichmodell habe, knöpfe ich mir noch ein weiteres Kleid aus der MyImage vor. Ich denke, das wird eine gute Abwechslung sein, wenn es beim Trench mal hängen sollte.

Und was macht Ihr am heutigen Creadienstag so alles?

Beschissene Tage

Heute vor fünf Jahren war so ein beschissener Tag. Wir mussten unseren heißgeliebten Kater Tommy einschläfern lassen. Obwohl er alt und gesundheitlich sehr angeschlagen war, machte er am 09. August noch einen recht fitten Eindruck. Aber am Morgen vom 10. August war es damit vorbei. Er fraß nichts, er soff nichts, er saß nur da und versuchte vergeblich, sich zu erbrechen. Sofort sind wir zum Tierarzt - zum Glück hatten wir noch Urlaub - und dort wurde ein hühnereigroßer Tumor am Magen diagnostiziert.
Tommy bekam Cortison gespritzt, man machte uns aber keine großen Hoffnungen, gab uns maximal noch vier bis sechs Wochen. Er war zu alt, zu krank, um den Tumor operieren zu können.
Völlig schockiert haben wir unser kleines Häufchen Elend wieder in den Transportkäfig verfrachtet und sind nach Hause gefahren.
Eigentlich sollte es Tommy durch die Spritze wieder etwas besser gehen, aber das tat es nicht. Wir sahen es ihm an, wie sehr er sich quälte. Nachmittags um vier trafen wir dann die Entscheidung, ihn nicht länger leiden zu lassen.
Auch wenn es die schwerste Entscheidung ist, die wir jemals treffen mussten, war es die beste für unseren Kater gewesen. Wir nahmen ihn anschließend mit nach Hause und begruben ihn unter dem Kirschlorbeer.


Etwa vier Wochen später bekam ich von meinem Chef grünes Licht dafür, einen Hund mit ins Büro zu nehmen. Undendlich dankbar dafür begaben wir uns auf die Suche nach Züchtern, die einen Wurf erwarteten. Ende November 2009 zog ein kleiner, brauner Labbi-Rüde bei uns ein, der unser Leben ziemlich durcheinanderwürfelte, und ihm einen gewissen Touch gab, den ich auf keinen Fall mehr missen möchte. Um es mit den Worten von Heinz Rühmann zu sagen: Man kann auch ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht. 


So, und jetzt geht es hier wieder ums Nähen.

Mein Dashboard ist zur Zeit etwas zweigeteilt. Die einen planen noch Sommergarderobe, die anderen planen schon für den Herbst. Ich hatte hier noch ein Sommerkleid liegen, aber eine ordentliche Erkältung hat dafür gesorgt, dass ich die letzte Woche keine Naht genäht habe. Na ja, und ehrlich gesagt stehe ich ein bisschen vor dem Problem, die Abnäher richtig zu platzieren. Ich müsste jetzt rumtüfteln, auftrennen, neu nähen - und das, obwohl der (Hoch-)Sommer sich erstmal verabschiedet. Also habe ich das Kleid beiseite gelegt, und eine kleine Bestandsaufnahme meiner bis jetzt vorhandenen Herbststoffe gemacht.

Wie immer ist es schwer, die Farben richtig wiederzugeben....
Der Stoff ganz rechts wird zum Trenchchoat verarbeitet. Inzwischen habe ich auch das passende Modell gefunden.

Als ich den Stoff gekauft hatte, habe ich zusammen mit der Verkäuferin überlegt, welche Seite wohl die Rechte werden könnte. Beide Seiten wären möglich, die eine ist glatt und etwas glänzend, die andere rau und matt. Der Rat der Verkäuferin war, die glatte Seite nach außen zu nehmen, denn da würde Regen und Schmutz viel besser abperlen.
Als ich nach Hause fuhr, habe ich darüber nochmal nachgedacht, und ich glaube, dass sie Unrecht hat.
Das Fell unseres Labbis ist richtig rau und drahtig. Das Fell von seinem Kumpel wiederum ist ganz weich, zart und glänzend. Wenn sich beide im Dreck suhlen, ist unser Hund zu Hause vor der Haustür schon fast wieder sauber, während sein Freund jedes Mal unter die Dusche muss. An seinem glatten, glänzenden Fell bleibt nämlich so richtig gerne der Dreck kleben.
Ich weiß nicht, inwiefern ein Vergleich zwischen Stoff und Fell korrekt ist, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass es sich beim Stoff ähnlich verhält.

Habt Ihr diesbezüglich schon Erfahrungen gemacht? Sind raue Stoffe unempfindlicher als glatte? 
 

Für Hannah und Mia

Zwei meiner Arbeitskollegen wurden kurz hintereinander Vater. Für die zwei Mädels habe ich wieder zwei Giraffen gemacht (Stickdatei von hier).



Eine Giraffe wurde dem frisch gebackenen Papa schon überreicht und fand großen Anklang. Das Multigarn, was ich für die Namen verwendet habe, gefällt mir in dieser Kombination sehr gut, und wirkt nicht so clownsmäßig, wie es auf der Tasche hier rüberkommt.


Ansonsten wird hier wieder ein bisschen was genäht. Es entsteht das wohl letzte Sommerkleid für diese Saison, und wenn es wettertechnisch klappt, werde ich es am kommenden Samstag tragen.


Das Kleid ist mir sofort ins Auge gefallen und hat eine interessante Schnittführung. Einen Brustabnäher von oben habe ich jedenfalls noch nicht gemacht! Mal sehen, wie es sitzt. Der Stoff ist ein Baumwoll-Stretchsatin und sommerlich bunt.


Und dann geht es endlich an meine Herbstpläne! Inzwischen habe ich auch die Wahl für den Trenchcoat gefällt. Es wird keiner von den beiden, die ich Euch vorgestellt habe, sondern genau das Zwischending. Mit Falte hinten und Doppelknopfreihe vorne. Man muss nur lang genug suchen, bis man das richtige gefunden hat!Und jetzt gucke ich mal beim Creadienstag vorbei - dort gibt es auch immer tolle Sachen zu entdecken.