Einseitige Paspeltasche

Aus der losen Reihe "Wie ist das schon wieder gemeint?" geht es heute um die einseitige Paspeltasche.

Bei meinem derzeitigen Projekt (der Rock 121 aus der Burda 6/2013) bekommen die rückwärtigen Taschen eine Paspel. Hab ich schonmal gemacht, nur nicht in Wort und Bild festgehalten. Das wird jetzt nachgeholt. Zumal die Beschreibung förmlich danach schreit, encodiert zu werden.

Schon der erste Satz lässt die Denkerstirn zur Hochform auflaufen:
Jeweils in 1 cm Abstand zur Paspelansatzlinie soll eine Anstoßlinie markiert werden.
Nachdem ich ein bisschen geblätter und gesucht habe, bin ich auf des Rätsels Lösung gestoßen:



Die drei blauen waagrechten Linien haben folgende Bewandnis: Die unterste Linie ist die Anstoßlinie. Die in der Mitte ist Paspelansatzlinie. Und die oberste Linie ist die Taschenbeutelansatzlinie (spielt jemand regelmäßig Galgenmännchen / Hangman? Taschenbeutelansatzlinie ist ein tolles Wort dafür!)

Jetzt wird der Paspelstreifen längs gefaltet. Die linke Seite ist innen. Mit der Bruchkante wird die Paspel an die Anstoßlinie gelegt. Die offenen Seiten zeigen nach oben.


Die zwei senkrechten Linien markieren die Länge der Paspel. Die mittlere Linie habe ich nochmal auf der Paspel nachgezogen; da wird jetzt gesteppt. Und zwar vom linken senkrechten Strich zum rechten senkrechten Strich.

Jetzt lege ich die offenen Kante der Paspel nach unten, von oben lege ich - rechts auf rechts - einen Taschenbeutel direkt an die gesteppte Paspel. Der Beutel wird jetzt an der Taschenbeutelansatzlinie (heute nacht träume ich davon) festgesteppt.


Die Stepplinien müssen beide gleichlang sein. Das ist wichtig, und hier sollte nicht geschludert werden. Jetzt wird nämlich zwischen den Linien eingeschnitten, zu den Nahtenden hin schräg.

So sollte das vor dem Einschneiden aussehen:


Und so danach (von links fotografiert):


Jetzt wird die Paspel und der Taschenbeutel durch den Einschnitt nach innen gezogen. Auch die kleinen Dreiecke werden nach innen gezogen und auf Paspel und Taschenbeutel festgesteppt:


Das war eigentlich schon die ganze Kunst.
Der zweite Taschenbeutel wird auf die Nahtzugaben der Paspel gesteppt. Die Beutel werden gleichgroß geschnitten, aufeinander gesteppt und fertig ist die Laube!


Jetzt muss nur nochmal drübergebügelt werden.

Ob ich das alles so richtig verstanden habe, lassen wir mal so dahingestellt. Fakt ist: Ich komme somit zum Ziel und habe zwei ansehnliche Paspeltaschen.

Kommentare

  1. ja, du hast alles richtig verstanden. allerdings solltest du immer bevor du den rahmen machst diue tasche gut mit einlage bekleben. zur stabilisierung. und besonders rdarauf achten,dass deine parallele nahte millimeter genau lang sind und auch absolut parallel verlaufen. ich glaube das steht in den bücher nciht, aber wenn man die paspel schräg zuschneidet liegt sie immer flach,muss aber von innen auch mit einlage beklebt sein.
    im querlauf oder gradenlauf klaffen sie manchmal auf.
    bevor du taschenbeutel zusammengenäht hast, kann man den rahmen noch mal mit 1 mm nach aussesn um den rahmen herum absteppen.

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  2. Danke für die Anleitung!
    Ich glaub, dann trau ich mich auch mal ran und probiere es gleich morgen aus ... sieht ja gar nicht so schwierig aus.

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  4. eine tolle und gut nachvollziehbare Anleitung Danke für's teilen

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  5. Danke für die gute Anleitung. Ich habe zwei schöne einseitige Paspeltaschen in einen Softshellanzug genäht :) Zuvor habe ich aus Softshell ein Probeteil genäht, es klappt auch mit diesem festen Material. Auf Bügeleinlage habe ich verzichtet.
    Liebe Grüße
    Sternie

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