Zeitschriften Sew Along, Teil 2

Beim 2. Treffen bei Jenny zum Zeitschriften Sew Along habe ich nicht allzu viel neues vorzuweisen. Ich hatte mich ja für diesen Rock hier aus der Fashion Style 09/2015 entschieden:


Viel zu nähen gibt es da nicht, deswegen war das auch wirklich fix gemacht.
Die Teilungsnähte habe ich allesamt mit der Ovi genäht. Finde ich bei ungefütterten Kleidungsstücken halt einfach schöner.



 

Eine Änderung habe ich aber vorgenommen: Ich habe den Reißverschluss in eine Naht verlegt. Es macht für mich keinen Sinn, extra in den Stoff zu schneiden, um einen RV einnähen zu können, wenn es doch wirklich mehr als genug Nähte dafür gibt. Hat wohl damit zu tun, weil es einfacher ist, einen RV in eine gerade Naht einzunähen, als in diese geschwungene. Deswegen nehme ich auch einen nahtverdeckten Reißverschluss, die sind nämlich so schön flexibel.

Und jetzt zur Frage von caro bac, die wissen wollte, ob mein Stoff dehnbar ist.
Nein, das ist er nicht. Auch ich wundere mich jedes Mal darüber, dass dehnbare Stoffe verwendet werden sollen, obwohl ein RV oder Knopf o.ä. vorgesehen ist. Ich weiß also wirklich nicht, was dahinter steckt, kann aber mit Gewissheit sagen, dass dieser Rock sehr wohl mit Web- und/oder Wollstoff funktioniert.

Weitere Zwischenstände gibt es bei BuxSen.

Zeitschriften Sew Along

Jenny von BuxSen hat eine tolle Idee: Sie veranstaltet einen Zeitschriften Sew Along.
Hier geht es darum, dass sich alle TeilnehmerInnen des Sew Alongs aus der gleichen Zeitung ein Schnitt ihrer Wahl raussuchen und nähen. Los geht es mit der Fashion Style 09/2015; der deutschen Ausgabe der Knip.

Als diese Zeitschrift Anfang des Jahres herauskam, war ich davon sehr angetan und habe sie mir natürlich sofort gekauft. Inzwischen denke ich sogar schon darüber nach, mir davon ein Abo zu gönnen. Ich finde das Preis-Leistungs-Verhältnis einfach sehr gelungen und die Schnitte gefallen mir auch richtig gut. Womit ich noch zu kämpfen habe, sind die Nähanleitungen und die Schnittmusterbögen. Da bin ich von Burda doch sehr verwöhnt.

Nichts desto trotz mache ich gerne bei diesem Sew Along mit.
Ich habe beim Durchblättern mehrere Modelle entdeckt, die ich gerne nähen würde, und für diesen Sew Along habe ich mich für diesen Schnitt hier entschieden:


Ich hab schon sehr lange so einen Rockschnitt auf meiner imaginären Wunschliste, und jetzt wird er endlich umgesetzt. Die Teile habe ich schon ausschnitten.


Der Stoff ist ein dünner Wollstoff, den ich aus meinem Österreich-Urlaub mitgebracht habe.

 Das Stoffgeschäft ist in Klagenfurt, und man wird wirklich erschlagen von der Auswahl. Es gibt sechs Gänge mit Bekleidungsstoffen, zwei mit Deko- und Möbelbezugsstoffen und außerdem eine unglaublich große Auswahl an Knöpfen, Bänder, Borten, Reißverschlüsse, Schulterpolstern, und und und. Wer also mal in Klagenfurt sein sollte: Happy Home in der Sonnenwendgasse 10. (Es gibt auch Toiletten in dem Laden. Gar nicht so verkehrt.)

So, jetzt geht es erstmal in die Link-Liste zu Jenny. Ich glaube, ich bin dort nicht alleine mit meinem Rock. :)

Me Made Mittwoch am 14.10.2015

Nach ewig langer Pause bin ich endlich mal wieder beim Me Made Mittwoch dabei. Die letzten Wochen hatte ich die Nase so richtig voll vom Nähen, aber mit diesem gelungen Projekt kam die Lust definitiv wieder zurück.


Das Kleid 109A aus der Burda 09/2015 fiel mir sofort ins Auge - allerdings erst, als ich die technische Zeichnung gesehen habe. Das Foto in der Zeitschrift sagt mir so gar nicht zu, aber bei Burda ist das oft so. Die Modellfotos sind unmöglich, die technische Zeichnung ist für mich definitiv aussagekräftiger.


Genäht habe ich das Kleid in Größe 38. Ursprünglich sollte dieses Kleid eine Probe sein, weil ich Angst vor einem zu langen Rücken hatte, den ich nicht mehr korrigieren kann, wenn er erstmal genäht ist.


Die Angst erwies sich als unbegründet. Durch die Abnäher am Rücken wird genügend Form reingebracht. Dafür ist die Tendenz zum Hängerchen größer als gedacht. Ja, ein bisschen Taille ist vorgesehen, aber bei mir geht die ein wenig verloren. Vielleicht wäre es eine gute Alternative, das Kleid wirklich aus zwei verschiedenen Stoffen zu nähen, und die seitlichen Vorderteile farblich abzusetzen.


Die Bauchtasche ist auch Geschmackssache. Bei mir trägt sie schon alleine deswegen etwas auf, weil ich Wollstoff vernäht habe. Aber natürlich kann man sie auch weglassen; sie wird nur auf das Vorderteil gesteppt. Was ich definitiv weggelassen habe, ist die Kapuze. Ich finde die Idee richtig cool, allerdings hatte ich nicht genügend Stoff dafür.


Mein Fazit: Ein schöner Schnitt, der schnell und unkompliziert zu nähen ist, allerdings etwas weiter ausfällt. Ich hatte das Kleid am vergangenen Sonntag zum Brunchen an - das war natürlich perfekt. So viel Platz für lauter gutes Essen.....!
Das Kleid ist nicht gefüttert; entweder greift man zum Unterrock, oder man bastelt sich aus den entsprechenden Schnittteilen selbst ein Futterkleid.

Was andere Damen heute schönes tragen und zeigen, gibt es auf dem virtuellen Laufsteg des MeMadeMittwoch-Blog zu bewundern. 

Die burda`sche Kochlöffelmethode

Ja, ich weiß. Es gibt inzwischen zig Anleitungen im Netz, wie man Stoff und Futter an einem ärmellosen Oberteil nett und schön zusammennähen kann, ohne sich das Gehirn zu zermatern. Ohne diese berühmt-berüchtigte Kochlöffelanleitung von Burda übersetzen zu müssen. Weil mir das inzwischen nicht mehr schwer fällt, habe ich meine Arbeitsschritte mal festgehalten.

Ich gebe es zu: Beim ersten Mal bin ich fast verzeifelt.
Okay, ich bin verzweifelt. Wirklich.

Die darauffolgenden Male habe ich die Zähne zusammengebissen und mich durch die Anleitung gekämpft. Weil mich das Ergebnis überzeugt - und der eigentliche Prozess kein Hexenwerk ist.

Ich habe das Kleid 123 aus der Burda 9/2014 genäht, und das Oberteil wird nach diesem Verfahren verarbeitet. Also, analysieren wir mal die Anleitung.

Futterteile und die Besätze rechts auf rechts auf die Vorderteile und das Rückenteil stecken.
Das dürfte soweit klar sein. Mit den Besätzen sind die extra zugeschnittenen Besatzteile vom Vorderteil gemeint, die inzwischen an das Futter angenäht sind - und für mich jetzt nur noch das Futterteil ist.

Entlang den vord. Kanten, den Hals- und Armausschnittkanten steppen, dabei jeweils 2 cm unterhalb der Schulternahtlinie beginnen und enden.
Das ist jetzt auch nichts besonderes: Einfach alle Nähte bis auf die Seiten- und Schulternähte schließen. Und diese zwei Zentimeter unterhalb der Schulternahtlinie sehen so aus:



Ich messe von der Schnittkante des Stoffes bis zur Naht etwa 4 cm: 1,5 cm Nahtzugabe und die 2 cm unterhalb der Schulternahtlinie. Bis zu diesem Punkt nähe ich. Mein Fehler war es oft, dass ich die 2 cm von der Schnittkante berücksichtigt habe. Klappt nicht - man bricht sich die Finger.

So, nächster Schritt:
Nahtzugaben zurückschneiden, an den Rundungen bis dicht an die Steppstiche einschneiden.


Hier als Beispiel ein Vorderteil. Die Nahtzugabe habe ich nur da zurückgeschnitten, wo ich schon genäht habe. Auch ein Erfahrungswert. Wo noch keine Naht ist, schneide ich keine Nahtzugabe ab.

Weiter gehts:
An den Vorderteilen (nicht am Rückenteil) das Futter und die Besätze nach innen wenden.
Warum das Futter und die Besätze in der Beschreibung so behandelt werden, als wären es zwei Teile - ich weiß es nicht. Mit anderen Worten: Die Vorteile werden gewendet, das Rückenteil nicht.

Und jetzt kommt der Teil, der für mich am unverständlichsten war:
Die vord. Schulterkanten zwischen die noch nicht gewendeten rückw. Schulterkanten schieben, die rechten Stoffseiten von Vorderteil und Rückenteil bzw. vom Futter liegen aufeinander.
Ich weiß nicht, wie oft das das versucht habe. Wie viele Varianten ich davon erfunden habe. Die Träger vom Vorderteil werden in die Träger vom Rückenteil geschoben; hat so ein bisschen was von Hosen nähen.


Das Vorderteil liegt mit der rechten Seite auf der linken Seite des Vorderteil. Und so müssen die Teile jetzt ineinandergeschoben werden. Die vordere Kante (der Besatz) des jeweiligen Vorderteils liegt auf der rückw. Mittelnaht. An den Trägern sieht es dann so aus:


Die Futterteile liegen aufeinander, die Oberstoffteile liegen aufeinander. Und zwar rechts auf rechts. So werden die Schulternähte jetzt zusammengenäht.

Schulternähte an Kleid und Futter steppen.


Also, zweimal Futter, zweimal Oberstoff zusammennähen.

Der Kochlöffel kommt jetzt zum Einsatz:
Das innen liegende Vorderteil und das Futter ein Stück weit nach oben herausziehen und die Nahtzugaben auseinanderbügeln. Dazu einen Kochlöffel unter die Nähte schieben. 
Das "Rausziehen" ist so, als würde man das ganze Ding wieder wenden wollen. Je weiter man es rauszieht, desto mehr Stoff hat man, um ihn unter die Maschine zu legen.
Das Auseinanderbügeln der Nahtzugaben mag übertrieben klingen, aber gut gebügelt ist halb genäht. Es wird sich lohnen.


Dann die restl. noch offenen Ausschnittkanten aufeinandersteppen.
Das sind die zwei Zentimeter, die noch offen sind. Das Futter wird mit dem Oberstoff zusammengenäht.


Weil vorher gebügelt wurde, legen sich die Teile perfekt aufeinander. Wer die Nahtzugabe nicht abgeschnitten hat, ist jetzt im Vorteil. So geht es mir zumindest.

Vorderteile nach unten aus den Schulterkanten des Rückenteils ziehen, dabei wendet sich das rückwärtige Futter nach innen. 



 

FERTIG!

Verlinkt beim CreaDienstag

Blog ReLoaded

Ich weiß schon gar nicht mehr, wie das hier geht....;-)

In der letzten Zeit habe ich nicht nur den Blog etwas vernachlässigt, sondern auch das Nähen. Die Luft war sowas von raus, dass ich schon Angst hatte, ich würde dieses Hobby überhaupt nie mehr ausüben wollen.

Den absoluten Tiefpunkt habe ich inzwischen wohl erreicht: Zur Hochzeit meines "kleinen" Bruders habe ich mir ein Kleid gekauft. Ich habe mich dafür gehasst, dass ich nicht in der Lage war, mir ein Kleid zu nähen, aber ich fand nicht den passenden Schnitt, den passenden Stoff und überhaupt.
Alles Scheiße.

Also bin ich los, und hatte die leise Hoffnung, dass ich ein nettes Kleid finde, welches meinen Vorstellungen entspricht, und nicht den Kostenrahmen sprengt. Tja. Für einen Großteil der Kaufkleidung bin ich überhaupt nicht zu haben. Einige Dingen konnte ich noch nicht mal anfassen, weil sie so dermaßen Plastik waren, dass ich ne Gänsehaut bekam.
Es gab natürlich auch schöne Kleider, die qualitativ viel mehr zu bieten hatten, aber 299,00 €?!?!?! Verdammt, ich könnte das selbst, wenn ich ein bisschen mehr Disziplin hätte.

So langsam kommt wieder die Lust zurück, etwas zu nähen. Einen Rock. Ein einfaches Kleid. Irgendwas. Wegen mir auch einen Schnitt, den ich schonmal genäht habe. Hauptsache, es ist von Erfolg gekrönt. Ich habe alle meine Ufos außer Sichtweite gebracht, ordentlich durchgelüftet und mit einem neuen Projekt angefangen. Zuerst sollte es nur eine Probe werden, aber es ist doch erstaunlich gut gelungen. Mehr davon gibt es die Tage.

Außerdem ist endlich bei makerist der langersehnte Hosenkonstruktionskurs rausgekommen. Damit werde ich mich in nächster Zeit auch auseinandersetzen. Mal sehen, ob mir das ein oder andere Licht aufgeht.

Der Anfang ist also schonmal gemacht.