Ein weiteres Beweisstück

Ich hatte mir vorgenommen, jeden Monat etwas aus der Burda zu nähen. Im Januar war es terminlich ziemlich voll bei uns, und es gab ziemlich viele Tage, an denen ich abends einfach keinen Drive mehr zum Nähen hatte. Deswegen habe ich mich für ein einfaches und schnelles Modell entschieden.


Es war wirklich schnell zugeschnitten und ich habe es komplett mit der Ovi genäht.

Natürlich ging das Halsbündchen mal wieder in die Hose.
Natürlich steht es wieder ab und erinnert an einen Raumanzug, auf den der Helm aufgestülpt wird.


Ich verstehe zwei Dinge nicht:

A) Wieso ist das so?
Das Bündchen ist ein vermaßtes Teil von Burda. Es ist kürzer aus der Ausschnitt. Ich dehne es, während ich es annähe. Und trotzdem kommt DAS dabei raus.

B) Warum tue ich mir das an? 
Ich weiß, dass ich das nicht kann. Jedesmal ärgere ich mich ohne Ende, weil ich Stoff und Zeit verschwendet habe - und dann dauert es nicht lange, ich vergesse das Bündchen-Trauma und nähe den nächsten Lappen zusammen.

Gestern Abend habe ich das Bündchen abgetrennt, habe es um 10 Zentimeter gekürzt und wieder an den Halsausschnitt genäht. Das Ergebnis:


Auf den ersten Blick besser, aber.....


Das Bündchen steht immer noch ab. Es ist und bleibt mir ein Rätsel. Noch kürzer kann ich es nicht machen, denn dann werden die schwarzen Dreiecke weiß. Hier sieht man, dass ich an dem Bündchen gezogen hab, wie an der Leine von meinem Mund, wenn der ne leere McDonalds-Tüte liegen sieht:


Aber hinten am Hals liegt es deutlich besser an.


Fazit:
Ich werde das Shirt nicht entsorgen, sondern zu Hause anziehen. Es passt gut zur Jogginghose, die ähnlich wie das Bündchen schlabbert.
Sollte ich nochmal die Idee haben, ich könnte mir ein einfaches T-Shirt mit Bündchen nähen, so sollen mir sofort die Hände abfallen. BEVOR ich den Stoff dafür kaufe.

Trotzdem freue ich mich, dass ich endlich mal was umgesetzt habe, was ich mir schon so lange vornehme, nämlich am Ende eines Monats ein genähtes Teil zu präsentieren. Freud und Leid können so nah beisammen liegen.....

Kommentare

  1. Ein hübsches Shirt :) ich würde es mit einem ziemlich schmalen Bündchen versuchen.
    Ich schlage mich auch gerade mit einem Bündchen rum, das wahlweise absteht oder überdehnt ist. Taste mich millimeterweise an die richtige Länge heran.

    Aber: Das ist nicht die Schuld des Schnittmusters; die Bündchenlänge ist wie die Koch- oder Backzeit in Rezepten: Ein grober Anhaltspunkt. Jeder Stoff ist unterschiedlich, genau wie jeder Herd und Backofen unterschiedlich ist, deshalb ist eine pauschale Angabe, die immer richtig ist, leider unmöglich. Es gibt sogar Anleitungen, die unterschiedliche Dehnung an den verschiedenen Stellen des Ausschnitts empfehlen. Das ist dann wirklich reine Gefühls- bzw. Übungssache, weil man das natürlich nicht exakt in % angeben kann.
    Meiner Erfahrung nach gibt es auch Stoffe, die sich gar nicht für Bündchen eignen (oft sind das festere Jerseys, die nur wenig dehnbar sind). Bei denen kann man es versuchen, bis man schwarz wird, und es wird nie gut aussehen.

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    1. Hallo Nria,
      Ich habe mir irgendwann mal ein paar Zahlen rausgeschrieben, um wieviel % das Bündchen kürzer sein muss, wenn der Ausschnitt normal / hochgeschlossen / tiefgeschlossen sein soll. Diese Formel habe ich gestern dann auch nochmal zur Hand genommen und habe das Bündchen entsprechend gekürzt. Scheinbar immer noch nicht genug. Was mich halt nur wundert: Wenn burda das so vorgibt, dann sollte es halt auch passen und kein grober Anhaltspunkt sein.

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  2. Wie ärgerlich. Ich würde auch raten, das Bündchen einfach zu verschmälern und vielleicht mehr vorn und an der Schuter zu dehnen als gleichmäßig verteilt.
    Oder ein umgelegten Saum statt Bündchen? Wie heißen die noch gleich? Also wo man ein Stoffstück erst rechts auf rechts an den Ausschnitt näht, NZ umklappt und dann von Innen auf die Naht näht? Ich komm grad nicht drauf, gibts doch nicht.

    Liebe Grüße und nicht den Mut verlieren.

    Janine

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    1. Hallo Janine,
      du meinst wahrscheinlich den Beleg? So habe ich mir bei anderen Schnitten schon geholfen, aber das macht den Ausschnitt so groß.

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  3. Ich stimme Nria zu. Versuchs mal mit richtiger Bündchenware und nicht lt. Burda zuschneiden, sondern nach Gefühl. Vielleicht nähst Du mal einen Regenbogenbody oder sonst einen Schnitt von Schnabelina, oder guckst Dir zumindest das Tutorial dazu an. Da wird eine Menge Jersey-Wissen vermittelt.
    Vielleicht hast Du ja noch einen Stoff im Lager, dann brauchst Du auch um Deine Hände keine Angst haben.
    LG
    Martina
    PS: übrigens fand ich den Astronautenkragen garnicht so übel - der Halsausschnitt sollte da aber wohl etwas enger sein.

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    1. Hallo Martina,
      danke für den Hinweis mit dem Video. Das gucke ich mir mal an.

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  4. Mir gefällt das Shirt an sich auch sehr gut - aber ich bin der Meinung, dass der Streifen für das Bündchen nur halb so breit sein sollte?
    Oder wie Janine gemeint hat einen Beleg nähen...
    Nur nicht den Mut verlieren! :-)
    LG, Tina

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    1. Das Bündchen ist wirklich so breit, die technische Zeichnung täuscht da etwas.

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  5. Schau mal dieses Video https://www.youtube.com/watch?v=pZpi3lBHV58 das hat mir sehr geholfen. Außerdem gibt es von Ottobre eine tolle Formel wie man die Länge des Bündchens errechnen kann. Ich weiß sie jetzt nicht auswendig, ich kann sie dir aber gerne raussuchen.
    Lg Mathilda

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    1. Danke für den Link, das Video gucke ich mir sehr gerne an.

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  6. Ach so ein Ärger! Ich kann dich gut verstehen. Bei Deinem fertigen Shirt könntest Du in das Bündchen von innen ein kleines Loch schneiden und ein Hutgummi einziehen, verknoten und das Loch wieder zunähen. Dann liegt Dein Bünchen an. Ich habe gerade am Wochenende wieder eines meiner ersten T-Shirts getragen, bei dem ich mir mit dem abstehenden Halsbündchen so beholfen haben. Ich mag es immer noch. LG Kuestensocke

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    1. Du wirst lachen, aber genau das ging mir gestern auch durch den Kopf. Aber ich war mir nicht sicher, ob es funktioniert. Jetzt, wo Du mir dazu räts, werde ich es ausprobieren. Danke für den Tip!

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  7. Ich vermute, der Stoff ist für so ein breites Bündchen einfach nicht geeignet. Man sieht ja: Die untere Hälfte des Bündchens liegt eigentlich an, nur für die obere Hälfte reichts dann nicht mehr - da bräuchte man wohl tatsächlich einen Bündchen-Stoff. Bei Nicht-Bündchenstoffen hilft wohl nur, das Bündchen entweder schmaler zu machen oder mit Beleg zu arbeiten ...

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  8. Bei solch breiten Bündchen liegt das Problem meist am Stoff. Die Schnittkante muss ja sehr stark gedehnt werden, damit der Ausschnitt anliegen kann - denn die eigentliche Ausschnittkante (also am Bündchen) ist ja um einiges kleiner, wie der Ausschnitt am Shirt.
    Ich hatte schon Stoffe, mit denen das recht problemlos funktionierte - häufig gibt es aber das gleiche Problem wie bei Dir.

    Den Bündchenstreifen nehme ich meist 10 - 15% enger wie den eigentlich Ausschnitt, es kann aber durchaus auch einmal mehr sein. Da kommt es wirklich ganz auf den Stoff und dessen Dehnbarkeit an. Dann hefte ich dieses mit einem Heftfaden fest und probiere an. Das ist zwar auch manchmal lästig, erspart aber mühseliges Abtrennen. Mit der Zeit bekommt man aber auch ein gewisses Gefühl, wie viel man bei welchem Stoff abziehen soll/muss.

    Das Shirt ist Dir aber trotzdem gut gelungen und gefällt mir gut.

    Liebe Grüße
    Margret

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  9. Ich finde ja, es geht am besten mit dieser Methode: http://www.threadsmagazine.com/item/3839/video-a-neckline-binding-for-knits
    Allerdings ist das Video auf Englisch. Man muss gar nicht messen ;)
    Ich nähe das seit langem so, und seitdem steht eigentlich gar nichts mehr ab.
    Ich glaube ja, dass du eher zu viel dehnst, so stark muss der Zug gar nicht sein, eventuell leiert das Bündchen so insgesamt zu sehr aus. Und das Bündchen einen Zentimeter verschmälern würde es erleichtern, dass sich der Ausschnitt anlegt, dann ist die Größendifferenz innen/außen einfach kleiner.
    Für das jetzige Oberteil würde ich auch einen kleinen Gummi durchziehen, mach ich auch manchmal bei Baumwollausschnitten ;) Schön ist es auf alle Fälle geworden!

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  10. Bei mir sind Bündchen auch ein Angstding, habe keine Ovi...doch zu Weihnachten Nähte ich eine Babyhose nach einem Jersey Nöhbuch für Kinder und da war das gut erklärt, dass man das Bündchen in Teilabschnitten aufsteckt und dann jeweils zwischen den gesteckten Nadeln dehnt und sehr Langsam steppt.
    Probier das mal...gab glaube ich darüber auch ein Video im Internet.
    LG schurrmurr
    LG schurrmurr

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  11. Ach Mensch, ein abstehendes Bündchen ist ärgerlich.
    Bei meinem letzten Raglanshirt aus der Burda hatte ich das Problem auch, vermutlich, weil das Halsbündchen recht breit war und ich keine Bündchenware, sondern den Pullistoff genutzt habe. Ich habe es wieder abgetrennt und ein Formbündchen, quasi, wie bei einer Hose, drangenäht; funktionierte gut. Also, falls du nochmal trennen willst, wäre das mein Tipp.
    Lg von Susanne

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  12. Ich würde es trotzdem anziehen. Wenn´s Dich arg stört, mach ´nen Loop um! Außerdem warte mal, ob sich das Bündchen nach dem Waschen nicht noch ein bisschen besser legt.
    LG Judy

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  13. Liebe Sandra,
    dann will ich auch gerad noch mal spontan klugscheißern - auch wenn du ja eigentlich schon die richtigen Tipps bekommen hast.
    Für meine Begriffe hast du das Bündchen super gut angenäht, keine Wellen oder Dellen alles schön glatt an der Ansatznaht. Einzig der obere Rand des Bündchens steht ab, weil es GERADE ist und kein FORMBÜNDCHEN. Für das nächste mal würde ich sagen, du steckst an der Schulter wo es absteht einfach etwas ab, quasi wie einen Abnäher, so dass es schön anliegt. Dann legst du Papier drauf und nimmst dir die Form ab u. baust dir dein Formbündchen (mit Seitennähten oder mit Naht in der HM, wie du magst.)

    Liebe Grüße
    Immi

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  14. Oh das kenne ich.... und auch ich ärgere mich darüber, vor allem wenn man es einfach nicht versteht, eigentlich alles richtig macht und es trotzdem nicht funktioniert... so sind bei mir leider auch einige Haussachen entstanden, die ich nun aber teilweise doch entsorgt habe, weil ich einfach soviele Sachen daheim auch nicht brauche und ich hab mich dann doch zu doll geärgert und sie selbst daheim nicht angezogen...
    Liebe Grüße und danke für den motivierenden Post, dass es anderen genauso geht.
    Jacky

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  15. Es handelt sich eben nicht um Bündchenware, die (sehr)elastisch ist. Sweat ist zwar weich aber wenig elastisch, also kann es gar nicht klappen mit dem schön anlegen. Ein Formbund, also ein in Form geschnittener Halsbund, wäre hier angepasst.
    Trotzdem finde ich den Pulli sehr schön und viel zu schade für nur zu Hause.
    LG me3ko

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  16. Vielleicht hilft's wenn du das uendchen weniger breit machst. Oder eben einen kleinen Abnaeher auf der Schulter, habe ich auch schon gemacht. Also tragen kannst du den pulli alleweil, er ist sehr huebsch geworden!

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  17. Liebe Sandra,

    da will ich auch noch einen Tipp los werden.

    Ich nähe Bündchen nach Möglichkeit immer aus dem T-Shirt / Sweatstoff weil mir das haltbarer erscheint. ABER es hilft enorm, sie im schrägen Fadenlauf zuzuschneiden (also 45 °. Dadurch legen sie sich viel besser in Form.

    Liebe Grüße und weiterhin viel Erfolg
    Elisabeth

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  18. Ich habe dieses Problem auch immer und arbeite mich jetzt durch die ganzen Tipps und Videos aus den Kommentaren. :)

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