1 cm im Teil - ist doch klar ;)

Ich wollte nix aus der Mai-Burda nähen, weil mich einfach nichts angesprochen hat. Inzwischen habe ich aber schon sehr oft die Bluse 110 gesehen, und letztendlich war es dann doch um mich geschehen. Neulich hat Frau Siebensachen eine tolle Kleider-Variante davon gezeigt. Leider habe ich dafür zu wenig Stoff, deswegen wurde es halt dann doch nur die Bluse.

Den Stoff habe ich - wie sollte es auch anders sein - von Stoff & Stil. Er ist sehr rutschig, lässt sich aber super bügeln. Das und die Tatsache, dass ich mir endlich mal die Mühe gemacht und die Ovi für so ein feines Stöffchen richtig eingestellt habe, lassen die Bluse auch von innen toll aussehen. Dazu aber später mehr.

Jetzt gibt es erstmal was ganz langweiliges - zumindest für die alten Hasen unter Euch - denn ich habe endlich verstanden, wie ein Halsausschnitt oder ein Armloch mit Schrägband versäubert wird. Ja! Nach gefühlten 50 Jahren ist endlich der Groschen gefallen. Je länger ich manchmal über etwas nachdenke, desto weniger verstehe ich es. Ich zerbreche mir den Kopf, und mit jedem Gedankengang verbaue ich mir den Lösungsweg. Dabei ist es so einfach.

Seid jetzt (fast) live dabei, wie es *klick* macht.

Burda schreibt, man soll den Schrägstreifen längs falten, rechte Seite außen. Das ist ja noch verständlich.

Aber dann: Legen Sie den Streifen so, dass der Bruch 1 cm im Teil liegt.
Tja. Von wo ist denn der eine Zentimeter gemessen? Und überhaupt: Wo nähe ich dann das Ding fest? Wie breit ist es am Ende, wenn die NZ (1,5 cm) beim Zuschneiden schon berücksichtigt ist und der Streifen nur zwei Zentimeter breit ist? Ist die NZ also breiter als der fertige Beleg??? Und überhaupt, wo ist dieser blöde eine Zentimeter??

Nachdem ich einmal die ganzen wirren Gedanken beiseite geschoben habe, habe ich einfach mal gemacht, und das kam dabei raus (alle Angaben wie immer ohne Gewähr):

Die Ausschnittkante wird rumgeklappt und liegt nun rechts auf rechts auf dem Oberteil.


Den Schrägstreifen habe ich mit der Ovi versäubert (war eventuell unnötig, aber sieht toll aus), und habe ihn so auf das Oberteil gelegt:


Die versäuberte NZ beginnt bei 1 cm, genäht wird da, wo die Nadel stickt, nämlich bei 1,5 cm. Somit ist der Beleg am Ende 1 cm breit und das ist wohl auch der 1 cm, der im Teil liegen soll.

Die Nahtzugabe vom Halsausschnitt wird zurückgeschnitten, danach wird alles nach oben gelegt und gebügelt. Ich habe den Stoff so weit zurückgeschnitten, dass man ihn nicht mehr sieht; es ist nur noch der Beleg zu sehen. Theoretisch (und auch praktisch) hätte ich hier die NZ vom Oberteil zusammen mit dem Beleg unter die Ovi legen und gemeinsam versäubern können, oder? Das werde ich beim nächsten Mal auch so machen, aber wenn man nicht wirklich weiß, wie das ganze Ding am Ende aussehen soll, ist es manchmal etwas schwierig.
Deswegen seht ihr jetzt die unversäuberte NZ vom Oberteil und die mit der Ovi versäuberten Kanten vom Beleg.
Der Beleg wird so, wie er jetzt liegt, an die zurückgeschnittene NZ des Oberteils gesteppt.

Jetzt wird die Schlitzkante gewendet, der Beleg klappt dabei automatisch nach innen um.


Von außen sieht das ganze nun so aus:


Die Armausschnitte werden nach dem gleichen Prinzip gemacht, allerdings zieht es mir hier das Armloch zu sehr nach unten, so dass der Beleg rausklappt. Das bisschen fixieren hat nicht gereicht, deswegen habe ich den Beleg kurzer Hand ringsrum festgesteppt. Damit das ganze nicht so einseitig aussieht, habe ich den Halsausschnitt auch nochmal gesteppt.


Jetzt sieht es so aus - natürlich nicht ganz so schön wie komplett ohne sichtbare Naht, aber wenn die Belege so nach außen kippen, ist das noch viel hässlicher.

Von innen sieht man jetzt zwei Nähte.


Also, wenn diese Bluse mal nicht ordentlich versäubert ist, dann weiß ich auch nicht...:)

Kommentare:

  1. Danke, Danke! Dei Post kam zum richtigen Zeitpunkt. Fast hätte ich meine Bluse entsorgt, der Beleg wollte einfach nicht passen. Jetzt mach ich es nach deiner Methode. Sieht super aus!
    LG Gaby

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  2. Gut gelöst, sauber und akkurat. Leider verstehe ich deine Anleitung nicht, vor allem hat mich das zweite Foto irritiert, auf dem es für mich so aussieht, als ob du den Schrägstreifen gar nicht an die Kante nähst, die du zuvor umgeklappt hast.
    Burda meint es wohl so: Die Bezugslinie ist die Nahtlinie, über die dein gefalteter Schrägstreifen 1cm weit ins Teil reichend angelegt werden soll.
    Wenn ich das auf diese Weise nähe, gehe ich folgendermaßen vor: Bei 1,5cm NZG schneide ich meinen Schrägstreifen 5cm breit zu. Auf die Hälfte gefaltet, habe ich eine Breite von 2,5cm. Nun kann ich den Streifen kantenbündig an meinen Ausschnitt anlegen und der Bruch des Streifens liegt 1cm im Teil. Dann auf der Nahtlinie nähen.
    Ich hoffe, ich konnte helfen. LG
    Siebensachen

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    1. Das stimmt, ich lege den Schrägstreifen nicht an die Kante, die ich umgeklappt habe. Das ist die Schlitzkante.
      Da ich immer stur nach Anleitung nähe, muss ich auch die Teile so zuschneiden, wie es dort steht. Und ich glaube (ich habe die Anleitung jetzt nicht vorliegen), dass die Schrägstreifen mit einer Breite von 4 cm angegeben sind. Jetzt, wo ich das Prinzip verstanden habe, macht es durchaus Sinn, diesen Schrägstreifen auch breiter zuzuschneiden. Aber das ist das, was mich an Burda oft verzweifeln lässt. Die beschreiben es oft so kompliziert, obwohl es doch viel einfacher geht.
      Danke für DEINE Beschreibung; sie ist auf alle Fälle 1000 Mal besser.

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    2. Also, ich mache das immer so: An Stellen, die mit Schrägband versäubert werden, gebe ich nur 1cm NZ hinzu (da ich das immer gleich beim Schnittmuster kopieren mache, geht das ganz gut). Ich würde nicht 1,5cm nehmen (und das Schrägband 5cm breit zuschneiden), weil sich das Schrägband dann nicht mehr so gut in Form bürgeln lässt. Dann bügle ich das Schrägband wie beschrieben im Bruch, lege es auf Arm- oder Halsausschnitt (genau bündig mit der NZ) und bügle es nochmal in Form, so dass es außen (im Teil) schön straff sitzt und innen an der Kante etwas zusammengebügelt wird. Feststeppen (1cm Abstand natürlich), nach oben klappen und bügeln, NZ zurückschneiden (am besten etwas stufig), Schrägband komplett wenden und von Außen in etwa 0,9cm Breite feststeppen. So ist alles sauber ;) Und ich denke so ist es auch gemeint.

      Wenn das Armloch geschlossen ist, kann man das Schrägband noch am Übergang schräg (im 45-Grad-Winkel) zusammennähen, das ist dann besser weil sich die NZ besser verteilt.

      LG Beate

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  3. Vergessen: Ich hoffe, wir sehen noch ein Foto von der ganzen Bluse an dir.

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  4. Wow, das ist ja ein traumhaft schöne Stöffchen. Jetzt bin ich auch sehr auf mindestens ein Tragefoto gespannt. Da ich mir fast nie die Burdaanleitungen durchlese, habe ich das meist instinktiv genauso genäht, wie du es beschreibst. LG Carola

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Vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich freue mich sehr darüber!