Ob ich meinen August-Schnitt noch schaffe...?

Guten Morgen da draußen an den Endgeräten!

Es ist Montag, der 14.08.2017, und ich habe noch nichts - niente, nada, nothing - für meinen August-Schnitt getan. Und das liegt nicht daran, dass ich vor lauter Entsetzen über das weiße enge Kleid in dieser Ausgabe wie gelähmt im Nähzimmer sitze.

Ich finde die Präsentation von diesem Schnitt wirklich sehr unglücklich...
 


... und blättere immer ganz schnell über dieses Foto hinweg. Am liebsten hätte ich ja noch ein paar Teilchen für den Urlaub, aber ab August geht die Burda immer ganz steil auf den Herbst zu.

Also habe ich mir erstmal einen Rock aus der Fashion Style vorgenommen. Nichts besonderes, einfach nur ein Teil, um meine neu gewonnene Hosen-mit-Gummibund-sind-nix-für-mich-Erkenntnis ein bisschen besser runterschlucken zu können.

Während ich so vor mich versäuberte, steckte und nähte, ging die Lust auf diesen Rock flöten. Es war so langweilig! Ich musste gar nicht die Anleitung studieren und die Sätze fünfmal lesen, um zu verstehen, was gemeint war. Ich hätte den Rock einfach so in einem Rutsch durchnähen können - aber jegliche Motivation war weg. Sie kam auch nach ein paar Tagen Pause nicht wieder.

Deswegen habe ich gestern nun endlich den angefangenen Rock in die Schublade gelegt (zum Wegwerfen ist er zu schade und falls ich doch wieder etwas soooo langweiliges nähen möchte, weiß ich, dass ich noch einen Rock habe), mir nochmal die August-Burda geschnappt und mich dazu entschlossen, das "Master-Piece" zu nähen.


Das sollte doch mal genug Herausforderung sein :)

Stoff habe ich noch keinen, den werde ich mir heute nach der Arbeit kaufen. Und dann mache ich mich an den Zuschnitt. Das einzige, was mir bei dem Schnitt überhaupt nicht schmeckt, ist die Tatsache, dass ich mit meinen 40 Jahre alten Knien wieder auf dem Boden rumkriechen muss, aber ich will es ja nicht anders. Ich könnte mir ja auch einen Pulli nähen, aber ich möchte auf GAR KEINEN FALL mieses Wetter provozieren und die entsprechende Kleidung mit in den Urlaub nehmen. Ich erwarte Sonne, blauen Himmel und Temperaturen jenseits der 25-Grad-Marke und deswegen gebe ich mir auch besonders Mühe, in denen mir noch verbleibenden 14 Tagen ein richtig schönes Wolkenschieberkleid zu nähen.

Warum Grün nicht immer die Farbe der Hoffnung ist

Dieser Post war eigentlich ganz anders geplant.
So gerne wollte ich euch von einem Erfolgserlebnis berichten und eine richtig gut sitzende Hose zeigen, aber daraus ist nichts geworden.

Ich fange mal vorne an. Könnt ihr euch noch an die grüne kurze Hose erinnern?
Hier habe ich die Hose gezeigt und von den Problemen berichtet, die ich hatte.

Inzwischen habe ich Tragefotos gemacht und wenn ich das so sehe, bin ich zufrieden. Sie wird ihren Sinn und Zweck erfüllen.


Die Hose ist in erster Linie dazu gedacht, sie im Urlaub am Strand zu tragen. 
Für alles andere ist sie zu "lässig".
 

Das liegt weniger am Schnitt, sondern mehr an der Tatsache, dass mir diese Hose ein bisschen zu groß ist und ich auch nicht den perfekten Stoff dafür genommen habe.


Weil ich dachte, dass der Schnitt trotzdem Potential hat, habe ich mich an eine zweite Version gewagt. Ich habe den Schnitt eine Nummer kleiner zugeschnitten. Außerdem habe ich die Mehrweite unterm Po rausgenommen (s. Pfeil) und oben am Bund etwas dazugegeben. Der blaue Strich zeigt die ursprüngliche Schnittkante an; ich habe zur rückwärtigen Mitte hin etwa einen halbe Zentimeter nach oben hin korrigiert. Ob das so richtig war, weiß ich nicht, mir ist auf alle Fälle nichts zu viel oder störend vorgekommen.


Die Hose habe ich genauso genäht, wie die grüne Vorgängerin auch - mit all den gleichen Fehlern. Lucy von Nahtzugabe hat vor kurzem einen netten Post geschrieben, und auch von den Tücken der Routine erzählt.

Die erste Anprobe war vielversprechend. Die Passform war sehr viel besser. Obwohl der Stoff sich als weiteren Griff in den Klo rausgestellt hat. Eigentlich noch schlimmer als Leinen. Er ist rutschig und lässt sich nicht bügeln. Den Gürtel musste ich absteppen, um nicht zwei dicke Würste da vorne hängen zu haben. Ihr kennt das vielleicht. Wenn der Stoff aussieht wie aufgeblasen.

Also, die Hose saß besser, ich zog das Gummiband in den Tunnel - und hatte genau die gleiche Scheiße (entschuldigung) wie vorher auch. Entweder habe ich ne Hüfthose, und der Hintern hängt mir fast bis in die Kniekehlen, oder ich ziehe die Hose bis in die Taille und dann schrumpelt der Gummi zusammen, es gibt ne Menge Beulen am Bund, und die Hose sieht wieder wie eine Windelhose aus. Ohne überheblich zu wirken, aber ich glaube, ich hab zu wenig Taille und zu viel Hüfte für ne Gummizug-Hose.

Ich zeige Euch das mal:



Bei meinem ersten Post zu diesem Schnitt wurde mir geraten, Abnäher in die Hinterhose zu nähen. Die müssten dann wirklich sehr klein sein, damit ich die Hose über die Hüfte bekomme, lohnt sich also nicht wirklich. Die Hose sitzt am Hintern nämlich ganz gut, das Problem ist und bleibt der Gummibund.

Im Übrigen habe ich bei der zweiten Hose das Gummiband an der richtigen Stelle angenäht und nicht so wie bei der grünen Hose in der Seitennaht. Bei der Variante ging das bedeutend besser. Das war es aber auch, was geklappt hat.

Was soll´s. Es war ein Versuch wert, es funktioniert nicht, also nähe ich was anderes.
Wird mal wieder Zeit für einen Rock, oder?